Was würde Gott auf deinen Tisch stellen? Psalm 23 und Gedanken über einen Gott, der mich kennt, der auftafelt und sich freut, mich zu überraschen.
In manchem bin ich „typisch Frau“. Ich finde es zum Beispiel wundervoll, wenn ich einen Blumenstrauß geschenkt bekomme. Dann schmelze ich dahin und freue mich so, dass es in meinem Bauch kribbelt. Und wenn mein Blick die folgenden Tage auf die Blumen in der Vase fällt, ist die Freude sofort wieder da – samt dem Staunen darüber, wie schön die Blumen doch sind.
Neulich musste ich an dieses Gefühl denken, als ich wieder mal Psalm 23 gelesen habe. Da steht in Vers 5: „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“
Ein Tisch. Von Gott gedeckt. Nur für mich.
Bei diesem Bild gehen meine Gedanken wandern. Ich sehe einen großen Tisch vor mir, der im Freien auf einer Wiese steht. Er ist liebevoll gedeckt, farbenfrohe Servietten laden mich ein. Von überall duften mir aromatische Speisen entgegen, die meinen Appetit auf der Stelle wecken. Mittendrin steht ein bunter Strauß Tulpen.
Gott kennt mich. Sein Tisch für mich ist voller Speisen, die ich einfach nur mag. Es steht auch manches da, von dem Gott meint, dass ich das unbedingt mal probieren sollte. Ich sehe Salate mit himmlischen Dressings, gut abgeschmeckt, eine aromatisch duftende Suppe, Kartoffelauflauf mit Bärlauch. Es gibt sogar ein paar kleine Desserts, bei denen Gott daran gedacht hat, dass ich zuckerfrei esse.
Hast du schon einmal überlegt, was Gott auf deinen Tisch stellen würde?
Wenn mir Gott auftafelt, dann macht er es richtig. Einheitsbrei oder ein „schnell zusammengeklatscht“ gibt es bei ihm nicht. Nein, er richtet alles liebevoll und sorgfältig an. Er bereitet das zu, was meine Geschmacksknospen aufspringen lässt, und verfeinert es mit Kräutern aus seinem Garten. Und er stellt – zumindest für mich – einen großen, bunten Strauß Tulpen auf den Tisch, den er mir nach dem Essen lächelnd überreicht.
Was für ein Bild von Gott!
Er bereitet mir einen Tisch. Er salbt mein Haupt mit Öl. Er schenkt mir voll ein.
Es tut mir gut, mir Gott so vorzustellen. Als fürsorglichen Gastgeber, der mich kennt, der für mich in seiner Küche herumwirbelt, ideenreich den Tisch deckt und sich darauf freut, mich zu überraschen. Ich kann ihn mir richtig vorstellen, wie er immer wieder um den Tisch herumläuft, hier noch ein wenig rückt und da noch etwas hinlegt. Und wie er sich darauf freut, mich zu erfreuen. Denn allein das ist sein Gedanke!
Gott deckt mir den Tisch. Erlebe ich das? Oder ist das nur ein nettes Gedankenspiel?
Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen: Nein, ich erlebe Gott nicht immer so. Sogar eher selten. Manchmal schmeckt mein Leben einfach nur fade und überhaupt nicht himmlisch. Manchmal knirscht auch Sand in meinem Salat. Oder ich finde Rosenkohl auf meinem Tisch vor, den ich überhaupt nicht mag. Oft ist mein Leben mühevoll und ich wünschte, Gott würde sein Buffet einfach mal auffahren, um mir eine Pause zu gönnen. Oder wenigstens mit Blumen vor der Tür stehen.
Und trotzdem: Gott deckt mir den Tisch. Es ist nur für mich, die ich immer genug zu essen habe, oft selbstverständlich geworden. Wie anders würde jemand vor meinem Tisch sitzen, der sonst hungert. Und vielleicht renne ich auch immer wieder an Gottes Tisch vorbei. Weil da so viele Dinge in meinem Kopf sind, die ihn verdrängen, mich gar nicht sehen lassen, was er mir heute wieder aufgetafelt hat.
Wie ist Gott?
Psalm 23 macht mir Mut, meine Gedanken spielen zu lassen, mir den Tisch vorzustellen, den Gott mir deckt. Mir den Gott vor Augen zu führen, der kreativ, fröhlich und aufgeregt dabei ist, extra für mich – sein geliebtes Mädchen – etwas Köstliches zu kreieren und mir eine Genuss-Oase zu schaffen, wo ich durchatmen kann.
Ich bin mir sicher, Gott wird mir keinen Rosenkohl auf den Tisch stellen, um mich zu ärgern. Vielleicht wird er eine Variante hinstellen, von der er weiß: „Das wird ihr schmecken.“ Vielleicht auch nicht. Aber ich darf glauben und wissen: Gott ist besser als jeder menschliche Gastgeber. Es geht ihm nicht darum, mich zu ärgern oder zu testen, mir etwas vorzuenthalten oder mir Vorträge über gesunde Ernährung zu geben.
Es geht ihm um mich. Und dass es mir an seinem Tisch gutgeht. Und ja, ich bin mir ziemlich sicher: Auf seinem Tisch stehen wirklich Tulpen. Nur für mich.
Foto: pixabay | Iren
Anderes aus der Kategorie „Bibel“
-
Empfangen wie ein Kind
Kinder können es. Empfangen, einfach nur nehmen. Für Jesus ist dieses Nehmen die Eintrittskarte in… Weiterlesen »Empfangen wie ein Kind
-
Gefalle ich Gott?
Ich hänge gerade an dem Gedanken, dass Gott Gefallen an mir hat, sogar „Wohlgefallen“! So… Weiterlesen »Gefalle ich Gott?
-
Jakobs Lebensresümee
Jakobs Lebensresümee fällt unterschiedlich aus – negativ, positiv. Doch überall geht es um Segen. War… Weiterlesen »Jakobs Lebensresümee


