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Empfangen wie ein Kind

Kinder können es. Empfangen, einfach nur nehmen. Für Jesus ist dieses Nehmen die Eintrittskarte in Gottes Reich. Wie gut kann ich von Gott nehmen?

Strahlende Augen

Mein Mann und ich sind zu Fuß unterwegs. Ein kleines Mädchen kommt uns entgegen, etwa acht Jahre alt. Ihre langen, schwarzen Haare stecken in einem zerzausten Pferdeschwanz. Sie strahlt unübersehbar über beide Ohren und durch ihre rote, viel zu große Brille hindurch.

Wir müssen schmunzeln, denn den Grund ihres Glückes hält sie in ihren Händen. In beiden. Und zwar ganz fest, damit ihr das Glück nicht verloren geht. Ein Eis am Stiel.

Wann habe ich das letzte Mal so gestrahlt?

Kinder sind leicht zu beglücken. Sie erfreuen sich an kleinen Dingen, leben im Moment und was am schönsten ist: Ihr Strahlen ist unübersehbar und ansteckend. Mein Mann und ich gehen schmunzelnd weiter. Die Kleine hat keine Ahnung, was sie mit uns angestellt hat.

Genießen und nehmen wie ein Kind

Jesus hat Kinder geliebt. Vielleicht genau deswegen? In Markus 10,15 sagt er: „Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“

Empfangen, nehmen, genießen. Die Kleine mit dem Eis kann das. Ich habe es ihr angesehen. Kann ich es? Glaube ich, dass ich von Gott empfangen und nehmen kann und sein Geschenk genießen darf?

Kinder vertrauen ihren Eltern. Sie machen sich keine Gedanken, was es morgen zu essen gibt. Sie wissen: Mama und Papa werden sich kümmern. Sie scheuen sich nicht zu nehmen, zu fragen, zu betteln. Sie tun es einfach. „Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind …“

Eltern geben ihren Kindern gern, auch wenn sie dafür zurückstecken müssen. Sie helfen ihren Kindern, freuen sich an ihnen. Sie sorgen sogar für Unterhaltung und Spaß. Für Eis am Stiel.

Eis am Stiel in Gottes Reich

Gibt es bei Gott Eis am Stiel? Gibt es bei ihm Spaß? Freut er sich an uns? Ist Gott so?

Manche Christen winden sich bei diesen Fragen. Und ganz sicher biete ich Gott nicht jeden Tag Grund zum Jubel. Auch kleine, süße Kinder können anstrengend sein. Trotzdem lieben Eltern ihre Kinder. Und Gott liebt mich.

Empfangen wie ein Kind. Von Gott empfangen wie ein Kind. Kann ich das?

Die Kleine mit der roten Brille kann es ganz bestimmt besser als ich. Ihr Mund ist wunderbar verschmiert. Ein bisschen Vanilleeis, gemischt mit brauner Schokolade. Sie beißt voll hinein ins Leben, macht sich keine Gedanken, wie sie aussieht. Und das macht sie so schön.

Wenn ich in Gottes Leben hineinbeiße, von ihm nehme, genüsslich und ohne Scheu, vertrauensvoll und einfach nur empfangend – dann bin ich in seinen Augen schön. Dann berühre ich sein Herz.

Warum versuche ich nur so oft, krampfhaft und bemüht, mein Leben und meinen Glauben zu regeln? Warum versuche ich, Gott zufriedenzustellen? Warum, alles richtig zu machen? Ich kann doch gar nichts falsch machen, wenn ich vertrauensvoll aus Gottes Hand nehme.

Als Kind konnte ich es. Ich möchte mir mein Kindsein im Glauben zurückerobern. Ich bin Gottes Kind. Ich darf empfangen. Eis am Stiel und noch viel bessere Dinge.

Foto: pixabay | Mabel Amber


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Stephanie Kelm

ist verheiratet und zu Hause im Taunus. Sie liebt es, schreibend und wandernd Gottes Welt zu entdecken und ist staunend und stolpernd unterwegs ins Vertrauen.


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