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Wenn Gott anders antwortet

Ich habe Wünsche an Gott. Und ich glaube, er weiß, was ich brauche. Wie gehe ich damit um, wenn Gott meine Gebete anders erhört?

Erwartungsvoll beten

August 2026. Die letzten Wochen haben mein Mann und ich uns Wohnungen angesehen, weil er ab nächstes Jahr seinen Arbeitsort in der Pfalz hat. Unser Wunsch: eine Wohnung am oder im Pfälzer Wald. Wir lieben es beide, Wald und Berge fußläufig um die Ecke zu haben und schnell „raus“ zu sein.

Die Suche gestaltet sich schwierig. Die Fahrerei und Besichtigungen werden zur Geduldsprobe. Immer wieder beten wir und fragen: Gott, was hast du vor? Wir warten darauf, dass Gott das Sahnestückchen auspackt wie damals bei unserer jetzigen Wohnung. Wann wird Gott uns die Wohnung schicken?

Weil keine Wohnung am Pfälzer Wald in Sicht ist, weiten wir unser Suchgebiet dann doch bis in die Rheinebene aus. Wieder Wohnungsbesichtigungen und Enttäuschungen. Dann eine schöne Wohnung, nur ohne Wald und ohne Berge in der Nähe. Gott, ist es diese Wohnung?

Fragend beten

Ich spüre, ich habe mehr von Gott erwartet. Eine schöne Wohnung plus. Gott weiß doch, wie sehr ich es brauche, über Berge und Wiesen zu laufen und im Wald. Das kann er mir doch nicht nehmen! Was will er uns, mir, mit dieser Wohnung sagen, die wir da nun gefunden haben?

Alle anderen Wohnungen haben wir bisher rasch abgesagt, bei dieser Wohnung bringen wir das nicht übers Herz. Es gibt zu viel, was dafür spricht. Die Wohnung liegt ruhig und dörflich, wir sehen ringsum auf Bäume im Wohngebiet, ein Schlosspark und Weinberge sind in der Nähe. Zudem bietet die Wohnung logistisch viele Vorteile.

Mein Mann hat längst innerlich Ja zu dieser Wohnung gesagt, kann sich an all den Vorteilen freuen – ich hadere mit der Auswahl, die Gott uns gerade gibt. Könnte er nicht …? Er weiß doch …! Immer wieder schaue ich auf allen gängigen Portalen nach, ob passendere Immobilien auftauchen. Nichts.

„Du kannst doch!“

Donnerstag, 27. August. Langsam müssen wir uns entscheiden, die Wohnung zu- oder absagen. Morgens stelle ich Gott ein Ultimatum: Wenn er uns bis morgen Mittag kein anderes Objekt zeigt, ist es diese Wohnung. Wenn er etwas Besseres für uns hat, muss er es also bis morgen auspacken. Gott, wenn du willst … Du kannst doch!

Ich warte. Gespannt. Zuversichtlich. Habe irgendwie auch Frieden. Es tut mir gut, Gott diesen Raum zu öffnen. Oder brauche ich diesen Raum für mich? Zwischendurch denke ich: „Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wenn Gott nichts mehr auspackt. Die Wohnung ist so schön.“ Dann wieder hoffe ich auf eine Wohnung, die mehr in Wildnis und Natur liegt.

Freitag, 28. August. Der Entscheidungstag. Was wird er bringen? Wie wird es mir gehen mit dem, was heute kommt? Ich schlage die Losungen auf, suche ein gutes Wort für diesen Tag. Ich brauche eins. Die Texte treffen mich: „Herr, führe meine Sache …“ und: „Jesus sprach: Sei getrost, meine Tochter“ (Ps 119,154; Mt 9,22).

„Herr, führe meine Sache“ – das ist doch genau mein Gebet! Und „Sei getrost, meine Tochter!“ – das ist es, was ich mir wünsche! Ja, ich will zuversichtlich sein, dass Gott etwas Gutes für mich in den Händen hat. Ob es diese Wohnung ist? Ob noch eine andere kommt? Ich werde es sehen.

„Führe meine Sache.“

Es wird Mittag, die Uhr zeigt 13 Uhr. Es kommt keine andere Wohnung. Ein bisschen enttäuscht bin ich, auch wenn es gut ist, dass die Sucherei endlich ein Ende hat. Ich frage mich dennoch: Habe ich zu viel von Gott erwartet? Oder werde ich dieses Geschenk von Gott erst noch als solches entdecken?

Ich will nicht unzufrieden sein, nicht über diese Perle meckern, die Gott uns hier gibt. Vielleicht wird mir auch einfach nur bewusst, was ich die letzten Jahre alles an Schönheit vor der Haustür hatte und welche Heimat ich hier haben durfte. Ich weiß, es war ein Geschenk.

In der nächsten Wohnung werden wir anders wohnen, an einem neuen Ort, in einer neuen Gegend. Die Pfalz ist anders als der Taunus, natürlich! Doch Gott wird mich auch dort beschenken.

Der Wechsel fällt mir schwer. Aber vielleicht darf ich Gott auch weiterhin beim Wort nehmen. Dann, wenn ich dort wohne, mir langsam meine neue Heimat erobere. „Herr, führe meine Sache, führe sie.“ Und Gott wird auch dann sagen, da bin ich mir sicher: „Sei getrost, meine Tochter!“

Foto: pixabay | Paolo Trabattoni


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Ich bin Stephanie

und ich liebe es, schreibend und wandernd Gottes Welt zu entdecken. Ins Vertrauen bin ich staunend und stolpernd unterwegs … Mehr über mich findest du hier. Du willst mir schreiben? Ich freue mich über deine Nachricht!