Sommerzeit, Melonenzeit. Gestern dachte ich: Ich weiß nicht viel über die Wasserkugel, die ich da gerade nach Hause schleppe. Vielleicht sind Melonen ja Wunderkugeln?
Volltreffer.
Was mich am meisten bei meiner Recherche fasziniert: Die Melone ist eigentlich eine Wüstenpflanze! Ursprünglich und lange bevor sie zur Wassermelone gezüchtet wurde, wuchs sie in der Kalahari-Wüste. Dort ist sie ein wahrer Überlebenskünstler.
Eine Frucht, die aus über 90 Prozent Wasser besteht, mitten in der Wüste – wie ist das möglich?
Zum einen hat die Kalahari-Melone – die der Wassermelone äußerlich sehr ähnelt, auch wenn ihr Fruchtfleisch eher blass-grünlich ist – ein raffiniertes Wurzelsystem. Ihre ausgeprägte Pfahlwurzel reicht mehrere Meter senkrecht nach unten in den Wüstensand. Zum anderen hat sie ein extrem weites Netz aus feinen Seitenwurzeln, mit denen sie die seltenen Regentropfen sofort auffangen kann.
Dazu kommen weitere ausgeklügelte Systeme, die ihr Überleben sichern:
- Das Fruchtfleisch als Wassertank: Das Innere der Kalahari-Melone besteht aus dehnbaren Zellen, die wie gigantische Wasserballons funktionieren. Sobald es regnet, schnappen sich die Zellen das Wasser und pumpen sich voll damit.
- Sonnenschutz durch Haare: Die Blätter und Ranken der Melone sind mit feinen, winzigen Härchen bedeckt, die das Sonnenlicht reflektieren und damit die Pflanze kühlen und Verdunstung minimieren.
- Lederhaut: Die Schale der Kalahari-Melone ist extrem dick und hart. Sie schützt das Wasser im Inneren der Frucht ähnlich wie die Wände einer Thermoskanne.
- Citrullin als innerer Schutz: Bei Trockenheit bildet die Pflanze Citrullin. Diese Aminosäure schützt ihre Zellen vor dem Kollaps und hält das Wasser fest im Gewebe.
- Lange Haltbarkeit: Da die Urform kaum Zucker enthielt, fing das gespeicherte Wasser im Inneren nicht an zu gären. Die Frucht konnte dadurch monatelang im heißen Sand liegen.
Erstaunlich, oder?
Tatsächlich sind die Melonen eine lebenswichtige Nahrungsquelle für die Menschen der Kalahari, die während der Trockenzeit auf die Tsamma-Melonen, wie sie auch genannt werden, angewiesen sind. Diese enthalten aber nicht nur Wasser, sondern ihre Samen sind auch reich an Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien. Die Samen können zudem geröstet oder zu Mehl vermahlen werden. Und die Einheimischen gewinnen daraus wertvolles Öl! Eine echte Wunderkugel.
Und ich staune.
Wie durchdacht alles ist. Wie weise, überlegt, klug. Wie weitsichtig, umsichtig, einfallsreich. Ich frage mich gerade: Wie kann man nur wirklich an alles denken? Wenn ich etwas plane oder umsetze – nie denke ich an alles. Gott hat an alles gedacht. An wirklich alles.
Wenn ich etwas plane oder umsetze – nie denke ich an alles. Gott hat an alles gedacht. An wirklich alles.
Eine Wasserfrucht mitten in der Wüste. Gott kann das. Und es funktioniert, nährt und schmeckt.
Die Bibel sagt, wir sind mehr als Sperlinge, mehr als Lilien, um die sich Gott liebevoll kümmert (Matthäus 10,31; Lukas 12,27). Gott würde wohl ergänzen: „… und mehr als Melonen“. Gott hat die Tsamma-Melone wunderbar gemacht, sich um alles gekümmert, an alle Eventualitäten gedacht. Und er weiß nicht nur, was die Melonenpflanze braucht, er weiß auch, was ich brauche.
Es gibt Dinge, um die mache ich mir Gedanken. Viele Gedanken. Sorgen. Und dann denke ich: Ein Gott, der sich so um Sperlinge, Lilien und Melonen kümmert, der kümmert sich ganz bestimmt auch um mich.
Danke, Gott. Und danke für die Melonen, die so lecker und erfrischend sind!
Aktuelle Info: Mit diesem Beitrag gehe ich die Sommerpause. Im September bin ich aber wieder da. Dir bis dahin eine gute und gesegnete Zeit!
Foto: pixabay | Mary Berg
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