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Du bist Gottes Freude

Bin ich Gottes Freude? Ich kann es kaum glauben, aber dann muss ich an die fünf Laufenten aus unserem Urlaub denken. Sie haben mich so erfreut …

„Du bist Gottes Freude!“ – Ich höre den Zuspruch. Er ist mir nicht fremd und berührt mich. Zugleich tue ich mich schwer damit, den Satz für mich anzunehmen, ihn zu glauben. Warum sollte Gott sich über mich freuen? Ich gebe ihm doch eigentlich nicht viel Anlass dazu.

Ich bin vier Tage auf einem christlichen Seminar. Es geht ums Gebet – und genau dafür haben wir viel Zeit. Meinem Anspruch, dabei immer mit dem Herzen voll dabei zu sein, werde ich nicht gerecht. Zu oft schweifen meine Gedanken ab, kommt mir mein Gebet leer vor, sehne ich das Ende der Gebetszeit herbei. Im persönlichen Gespräch öffne ich mich. Die Seminarleiterin ermutigt mich: „Sei zufrieden mit dem, was du Gott gibst. Steffi, du bist Gottes Freude, so wie du bist und betest.“

So wie ich bin. Wirklich? Sollte ich nicht etwas mehr, inniger, konzentrierter beten?

Fünf scheue Enten und meine wilde Freude

Ich überlege, wer meine Freude ist. Ich brauche einen Vergleich, muss es für mich greifbar machen. Wenn ich Mutter wäre, wäre das vielleicht gar keine Frage. Aber ich bin es nicht, also denke ich nach. Zuerst fallen mir Tiere ein. Ja, wie sehr ich mich an Tieren freue! Die tapsigen Pandas, fröhlichen Esel oder mampfenden Kaninchen aus Videos – aber auch die in meiner direkten Umgebung.

Wie gern denke ich an die fünf Laufenten aus unserem Urlaub zurück. Sie waren eine kleine Bande, manchmal ganz aufgeregt schnatternd, dann wieder mucksmäuschenstill vor sich hinschwimmend. Das Wasser im Weiher war ihr Element, aber wie schön war es auch, zu beobachten, wenn sie im Gänsemarsch durchs hohe Gras gewatschelt sind, nur ihre grazilen Hälse im Grün wackelnd sichtbar.

Warum hatte ich so viel Freude an ihnen? Sie haben doch gar nichts für mich gemacht! Sie haben sich nicht einmal in meine Nähe getraut, so scheu waren sie. Kein einziges gescheites Foto habe ich deshalb von ihnen machen können. Trotzdem, ich habe mich wie wild über sie gefreut, und lächle auch jetzt wieder, wenn ich an sie denke.

Er jauchzt über mich

In Zefanja 3,17 steht: „Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein.“

Hier spricht nicht nur eine Seminarleiterin zu mir, das sagt die Bibel! Und es sieht so aus, als würde sich Gott über mich genauso freuen, wie mein Herz beim Anblick der Laufenten springt.

In mir wohnen Einwände: Ich bin keine süße Laufente, mache sicher auch mehr Probleme. Woran sollte Gott sich also freuen, wenn er mir zusieht? Welchen Grund hat er dafür?

Ich meine oft, ich müsste Gott erfreuen, etwas Besonderes für ihn oder andere tun, ihm besonders …? Doch den Laufenten war es schnurzpiepegal, was ich denke. Sie haben im Grunde nichts für mich gemacht – nichts! – und trotzdem waren sie solch eine Freude für mich. Durch ihr Dasein, ihr Lebendigsein, ihr einfach Laufentesein.

Wenn ich mich so über fünf eigensinnige Laufenten freuen kann, sogar immer noch freue, warum kann ich Gott dann nicht zutrauen, dass auch ich seine Freude bin? Und der Text gibt ja sogar einen Grund an: Liebe.

Nein, Gott freut sich nicht an mir, weil ich so toll bin. Er freut sich an mir, weil er mich liebt. So wie Eltern ihre Kinder lieben. So wie mein Herz aufgeht, wenn ich nur an die Laufenten denke.

Ich bin Gottes Freude. Jetzt.

Ich bin Gottes Freude. Jetzt. Egal wie dieser Tag wird. Egal was gestern war oder morgen ist. Ich bin Gottes Freude, weil ich da bin, Mensch bin. Sein Mensch. Und wie viel mehr freut er sich, wenn ich komme. Auch mit leeren Händen oder leerem Herzen.

Ich stelle mir gerade vor, wie es gewesen wäre, wenn die Laufenten zu mir gekommen wären, mich neugierig angeschnattert und mich ganz aus der Nähe beäugt hätten. Wenn sie mit ihren Schnäbeln etwas aus meiner Hand gefressen hätten. Ihr Vertrauen wäre für mich neben all dem, was sie mir schon geschenkt haben, das Sahnehäubchen gewesen.

Geht es Gott ähnlich, wenn ich ihm mein bisschen Vertrauen entgegenhalte? In meinen Augen ist es vielleicht nichts, in seinen Augen alles.

Wenn Gott nur ein bisschen so tickt wie ich, wenn ich nur ein bisschen so ticke wie er … Die Laufenten helfen mir gerade zu glauben, dass ich Gottes Freude bin. Dass ich es wirklich bin.

Foto: pixabay | Nicky


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Ich bin Stephanie

und ich liebe es, schreibend und wandernd Gottes Welt zu entdecken. Ins Vertrauen bin ich staunend und stolpernd unterwegs … Mehr über mich findest du hier. Du willst mir schreiben? Ich freue mich über deine Nachricht!